Ougrée - 1. Teil

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    • Ougrée - 1. Teil

      Wo doch so viele von uns zu den dortigen Anlagen pilgern, wundert es mich dann im Endeffekt doch ein wenig, dass kaum einer sich den Rest des Ortes ansieht. Was macht Ougrée denn eigentlich so besonders und sehenswert? Sehenswert auf jeden Fall durch seine Tristesse und Einzigartigkeit, die man so wohl nur in Charleroi vorfinden dürfte; Ein Ort, der (im Gegensatz zum milden Untergang der Montanindustrie in unseren Breiten) die volle Breitseite des Wegfalls der heimischen Schwerindustrie zu spüren bekommen hat - ohne, dass es irgendwelche größeren, oder nachhaltigeren Programme seitens der Politik gegeben hätte, um ein "Abschmieren" der Region zu vermeiden.
      Hier fiel etwas ersatzlos weg und in der Tat (also nicht nur subjektiv empfunden) sind die Bewohner "abgehängt", wenn nicht sogar bewusst vergessen worden.

      Warum ist der Ort dann nochmal "besonders"? Das liegt an der Ehrlichkeit des Ortes, die keine Kosmetik aufkommen lässt und erlaubt; hier verfallen Briefkästen (oder werden aufgebrochen), Industrieruinen prägen die "Skyline" und einen Eimer Farbe sieht man eher selten - dafür eine Masse an Biobrennstoff auf den Fußgängerwegen ("Hundescheisse").

      Wer sich den Ort einmal genauer ansehen möchte: Bitte nur zu dritt wirklich durch die Gassen ziehen, da nicht unbedingt immer nettes Publikum vorhanden ist und wir bei der letzten Tour auch eher eine brenzlige Situation hatten, bei welcher durch einen kleinen Eckendealer anscheinend ein paar Kumpels gerufen wurden, die aber erst bei unserer vorgezogenen Abfahrt eintrafen.

      Mehr Bilder kommen noch, ich sortiere gerade noch die letzten Touren und mache da mal später einen besseren, optischen Faden draus.

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    • Sehr stimmungsvolle BIlder. Es stimmt, der Ort Charleroi hat keine Maske des "Es geht schon noch weiter", sondern nicht nur Ougree, sondern alle Orte um die ehemaligen Industriestandorte zeugen von wenig Hoffnung und Verfall. Du lieferst hier eine andere und auch notwendige Interpretation von Lost Places, nämlich die, dass es auch Orte gibt die von Zukunft und Hoffnung verlasen sind.
      VG
      Gerd
    • Wenn man im Herbst / Winter in Städten wie Charleroi unterwegs ist, das kann einen schon so richtig runterziehen, wenn man für sowas empfänglich ist. Kälte und Regen ziehen durch Mark und Bein, und die Trostlosigkeit und der Verfall geben einem gewissermaßen den Rest.

      Ich weiss, es ist Liège, nicht Charleroi, aber ich hab zwei passende Fotos von einem Winterbesuch im Theatre Jeusette, von Anfang März 2015 - thematisch und atmosphärisch passt es perfekt zu diesem Thread :)

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