Memorial Interallie´

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    • Memorial Interallie´

      Seit 1985 ist das Memorial Interallié für Besucher zugänglich.Das Gelände des Monuments und auch der große Vorplatz sind ständig geöffnet. Anbestimmten Tagen wie dem belgischen Nationalfeiertag (21. Juli) und dem Tag desoffenen Denkmals (13./14. September) können Besucher auch in den Turm hinein.
      Turm und Vorplatz sind im Besitz des belgischen Staates und habenbereits große Restaurierungen hinter sich — die letzte 2010. Die Kirche SacréCœur ist in kirchlichem Besitz und verfällt zunehmend.
      Auf dem Vorplatz und im Turm sind noch einige kleinere Monumenteausgestellt. Sie stammen von den verschiedenen an dem Memorial beteiligtenStaaten. Derzeit sind acht Staaten vertreten: Italien, Frankreich, Rumänien,Spanien, Griechenland, Großbritannien, Polen und Russland.
      Das Monument selbst besteht aus der Kirche Sacré Cœur, dem Turmund der sehr weiten Esplanade mit den kleineren Monumenten verschiedener Länderwie Griechenland, Polen oder auch Frankreich. Olivier Hamal ist der Präsidentdes Vereins „Le Site du Mémorial Interallié de Cointe“ (Denkmal derAlliierten), der sich 1996 gegründet hat, um diesen Ort zu erhalten und auchbei Touristen und Einheimischen bekannter zu machen.
      Ein ungewöhnlicher Ort ist das Monument ohne Zweifel: Nach demErsten Weltkrieg überlegten die alliierten Länder, wo ein geeigneter Standortfür ein Denkmal in Europa sein könnte, das der Opfer dieses Krieges gedenkt.Zuerst war Sarajevo als Stadt des Attentats gegen Franz-Ferdinand im Gespräch.„Doch Benito Mussolini, der damalige Ministerpräsident und spätere Diktator inItalien, war dagegen. Er wollte nicht, dass ein solches Monument in seinerunmittelbaren Nähe errichtet wird. Schließlich kam man auf Belgien“, erklärtOlivier Hamal.
      Lüttich war die erste als Eisenbahnknotenpunkt strategischwichtige Stadt, die die Kriegstreiber einnahmen. Doch auch wenn dieÜberwältigung nur wenige Tage dauerte, hatten sich die Deutschen die Sacheeinfacher vorgestellt. Denn erstens war der Widerstand in der Stadt und auf demLand außerordentlich groß, und zweitens gab es damals bereits den LütticherFestungsring aus zwölf Forts, die in einem Radius von einigen Kilometern rundum die Stadt angesiedelt waren.
      Zwischen Deutschen und Belgiern kam es zu erbitterten Kämpfen mitvielen Opfern, aber schließlich war Lüttich in deutscher Hand. Auch die Fortswurden nach und nach eingenommen. Zuletzt trafen deutsche Bomben dieMunitionskammern der eigentlich als uneinnehmbar geltenden Forts inChaudfontaine und Loncin. Einige Hundert belgische Soldaten starben in denAnlagen. Andere belgische Städte fielen nach der Besetzung Lüttichs wieDominosteine. Die Internationale Föderation der Veteranen entschied 1925, dass dieseStadt beispielhaft wie keine andere für den Widerstand von Bürgern und Militär,aber auch als Sinnbild der Katastrophe stehe.
      Es dauerte dann noch bis Ende der 20er Jahre, bis der AntwerpenerArchitekt Joseph Smolderen mit dem Bau des Monuments beauftragt wurde.Besonders ist auch, dass das Monument eigentlich aus zwei Gebäuden besteht,einem zivilen und einem sakralen Gebäude, dem Turm und der Kirche Sacré Cœur.„Denn zur selben Zeit, als die Allierten entschieden, das Weltkriegsdenkmal inLüttich zu bauen, wollten einige Katholiken in Lüttich mit Unterstützung desBistums eine Kirche bauen, um an die Opfer des Krieges zu erinnern. Nach vielenAuseinandersetzungen um den richtigen Standort der Denkmale hatte diePrinzessin von Merode, Vorsitzende des Komitees für das Denkmal, die Idee, diebeiden Projekte zu bündeln“, sagt Olivier Hamal.
      1928 wurde mit dem Bau begonnen: Beide Gebäude in einemhistorisierenden Stil, die Kirche im neo-byzanthinischen Stil, den man vorallem an Sakralbauten im Osten beobachten kann, den aber gerade zu Beginn des20. Jahrhunderts auch einige westliche Architekten kopierten.
      Bis Mitte der 30er Jahre wurde an beiden Gebäuden gearbeitet,dann ging das Geld aus, weil man auf alte Kohlebergwerksstollen getroffen war,die die Bauarbeiten vor viele Probleme stellte. „Bevor man wieder genügend Geldzusammen hatte, stand der Zweite Weltkrieg bevor“, sagt Olivier Hamal.
      Die Gebäude waren Ende der 30er Jahre so weit fertiggestellt,dass wenigstens 1937 der belgische König Leopold III. den Vorplatz vor dem Turmmit seinen acht hohen Stein-Pylonen und den einzelnen Statuen, die diealliierten Länder nach Belgien schickten, einweihen konnte. Damals konnte manden schlanken Turm und die breite Kirche aus der Stadt gut sehen, so dicht nebeneinanderverstärkte das eine Gebäude das Charakteristische des anderen. Die Kirchewirkte noch gedrungener, der Turm noch höher. In dieser Zeit hatten dieLütticher sogar ein eigenen Spitznamen für das Ensemble: „Laurel und Hardy“.Auf so einen Gedanken käme heute kein Lütticher mehr. Die Bäume um das Geländesind so hoch, dass man das Denkmal von der Stadt aus kaum noch wahrnimmt.
      Im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden immer noch unvollendetenGebäude stark beschädigt. Erst 1968, also 50 Jahre nach Ende des ErstenWeltkriegs, wurde der Turm vollendet und von König Baudouin zum zweiten Maleingeweiht. Von den Beteiligten, den Ländern, die dieses Denkmal wollten und inTeilen auch bezahlten, waren in diesen 100 Jahren nur selten Vertreter inLüttich: „Man muss sich das mal vorstellen: Erst jetzt — genau 100 Jahre nachdem Einmarsch in Lüttich — gibt es dieses große Treffen mit internationalenGästen“, sagt Olivier Hamal.
      Das ist wie eine dritte Einweihung des Denkmals. Zumindest derTurm sieht dabei gut aus, seitdem sich ein Verein um seine Restaurierungkümmert. Um Sacré Coeur aber steht es schlecht. Sie ist in kirchlichem Besitzund so verfallen, dass sie weder am 4. August noch sonst betreten werden kann.
      Quelle : aachener-zeitung.de
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