Gut erhaltene Orte?

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  • Gut erhaltene Orte?

    Mir fallen immer häufiger Fotos von wirklich gut erhaltenen Gebäude in denen noch nicht randaliert wurde, auf. Ich bin ein absoluter Neuling auf dem Gebiet und Google spuckt verständlicher Weise nichts konkretes aus. Wie findet ihr diese Orte bzw wo fangt ihr mit eurer Recherche an? Was ist wenn ihr die Eigentümer kennt, die aber keine Einwilligung geben. Geht ihr trotzdem rein?
  • Misty schrieb:

    Mir fallen immer häufiger Fotos von wirklich gut erhaltenen Gebäude in denen noch nicht randaliert wurde, auf.

    Willkommen in der schönen Welt von Sein und Schein.

    In der Urbex Welt wird wahrscheinlich genauso viel gelogen und Betrogen wie in Hollywood und Berlin.

    Lass dir nix erzählen das man diese tollen Dinger durch googeln findet und das die auch wirklich so verlassen sind ;)
    Gruss Andreas



    Da ich Laktose und Gluten hervorragend vertrage, nehme ich mir ausgleichend im Zwischenmenschlichen Bereich einige Intoleranzen heraus.
  • B.Man schrieb:

    Misty schrieb:

    Mir fallen immer häufiger Fotos von wirklich gut erhaltenen Gebäude in denen noch nicht randaliert wurde, auf.
    Willkommen in der schönen Welt von Sein und Schein.

    In der Urbex Welt wird wahrscheinlich genauso viel gelogen und Betrogen wie in Hollywood und Berlin.

    Lass dir nix erzählen das man diese tollen Dinger durch googeln findet und das die auch wirklich so verlassen sind ;)
    Man kann noch anfügen: Kontakte, Kontakte, Kontakte sind das wichtigste überhaupt. Klar gibt es bei Facebook mittlerweile Tauschgruppen mit Tausenden von Mitglieder, die auch zum rapiden Verfall dieses Hobbies betragen (Besitzer sind immer häufiger genervt, rüsten mit Kameras und Security auf), aber glücklicherweise werden dort überwiegend nur Schrottplaces gepostet. Die wichtigsten Infos bekommt man durch seine diversen kleinen Infogruppen, wo man sich häufig persönlich, oder durch schon lange bestehende Mailkontakte kennt und gegenseitig hilft.
  • Ich habe am Anfang sehnsüchtig auf die ach so tollen Bilder der anderen geschaut... und bin durch meine total gerockten, eigenen Funde gelaufen... und ich war stolz, das ich sie selbst gefunden hab, ohne Hilfe. Ich habe in meiner Umgebung mit Conti Limmer, dem alten Messegelände und der Psychatrie E. angefangen, wo andere nur müde drüber lächeln, aber mir hats Spass gemacht :)

    Nachdem ich mir hier Vertrauen aufgebaut habe, habe ich mich getraut, auch schon mal nach einer Hilfestellung zu fragen, wo man am besten parkt, ob mein gefundenes Gebäude dem entspricht, welches ich finde wollte.. bei den riesigen Kasernen war ich dann dankbar, wenn man mir geholfen, hat, wo man die ein oder andere Wandzeichnung findet oder die Sporthalle...

    Mit der Zeit findet man ein Gefühl für GE und man bekommt einen Blick, welche Gebäude verlassen sein könnten. Aber das muss man sich erarbeiten und genau das ist es, was für mich das Hobby ausmacht. Stundenlang mit GE über ein Gebiet zu fliegen, zu suchen und dann die Erfolgserlebnisse.. und vor Ort dann nochmal die Überraschung, was man gefunden hat, das Adrenalin beim Erkunden....
    ------------------------------------------ Nur wer Grenzen überschreitet, sieht die Welt mit anderen Augen -----------------------------------------------
  • find den wandel vom wort "unberührt" interessant. für mich waren das eigentlich immer eher orte, die jahrelang gammeln konnten, ohne dass horden ubrexer durchgelatscht sind, heute sinds eben tui katalog buden.

    seh das aber auch so, dass sich sowas durch kontakte verbreitet, so vernetzt, wie viele mittlerweile sind.
    "Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu merken."
    Rosa Luxemburg
  • B.Man schrieb:

    In der Urbex Welt wird wahrscheinlich genauso viel gelogen und Betrogen wie in Hollywood und Berlin.
    Volle Zustimmung, die eigene "Leistung" weicht in diesem Hobby wohl wie kaum woanders von der im Anschluss betriebenen Kommunikation (und teilweise auch Selbstbeweihräucherung) ab.

    B.Man schrieb:

    Lass dir nix erzählen das man diese tollen Dinger durch googeln findet und das die auch wirklich so verlassen sind
    Das möchte ich nicht ganz so stehen lassen. Knüpft inhaltlich natürlich weitgehend nahtlos an den vorherigen Satz an, denn hier meintest du wohl, dass die Mehrheit diese Objekte nicht über das Googlen findet. Was sicherlich der Wahrheit entspricht. Als Individuum kann man jedoch mMn fast jedes Objekt durch Recherche finden - immer unter Berücksichtigung des Faktors Zeit. Nur haben die wenigsten Leute Lust, 15 Stunden gezielte Recherche für ein Gebäude aufzuwenden, in welchem nachher 3 Stunden fotografiert wird. Vermeintlich schlechtes Input-Output-Verhältnis. ;) Oder Straße für Straße bei GE abzusuchen, dabei unzählige Objekte zu finden und trotzdem keinen Überblick zu haben, was davon lohnt und was uninteressant ist. Aber ich denke schon, dass man als kontaktscheuer Einzelkämpfer bei hinreichendem Zeitaufwand kontinuierlich richtig tolle Objekte besuchen kann.

    xooxi schrieb:

    Mit der Zeit findet man ein Gefühl für GE und man bekommt einen Blick, welche Gebäude verlassen sein könnten. Aber das muss man sich erarbeiten und genau das ist es, was für mich das Hobby ausmacht. Stundenlang mit GE über ein Gebiet zu fliegen, zu suchen und dann die Erfolgserlebnisse.. und vor Ort dann nochmal die Überraschung, was man gefunden hat, das Adrenalin beim Erkunden....
    Sehe ich alles genauso - mit der Zeit kommen Erfahrung und ein zunehmend geschulter Blick hinzu, welche einem die Recherche erleichtern und diese somit effizienter machen. Für mich persönlich sind die beiden besten Gefühle im Hobby 1.) der Moment, in welchem ich das Gebäude bei GE (oder real im Vorbeifahren) entdecke und ggf. zugeordnen kann sowie 2.) derjenige Augenblick, sobald ich mit den Füßen im Gebäude stehe. Erkundung und Fotos sind dann die Belohnung für die im Vorfeld geleistete Arbeit. Greife ich bei meinen Ausflügen auf (zu) umfangreiche Fremdinfos zurück, beraube ich mich meiner 1-2 positivsten Empfindungen, die ich im Rahmen dieser Freizeitbeschäftigung genießen kann. Das ist aber lediglich meine persönliche Sichtweise, welche ich ausdrücklich niemand anderem aufzwingen möchte. Jeder soll sein Hobby so ausleben, wie er/sie mag. :)

    karakuji schrieb:

    find den wandel vom wort "unberührt" interessant. für mich waren das eigentlich immer eher orte, die jahrelang gammeln konnten, ohne dass horden ubrexer durchgelatscht sind, heute sinds eben tui katalog buden.
    Interessante Wahrnehmung von dir, meine ist genau umgekehrt. Früher warst du in den sozialen Medien der "Urbexking", wenn du reihenweise voll möblierte Wohnhäuser aus BeNeLux/F ohne jeglichen Verfall veröffentlicht hast, heute sind vielmehr grüne, durchnässte Ranzbuden auf Facebook und Flickr angesagt und generieren dort entsprechendes Feedback/Interesse. Ich finde, die Foto-Streams sind mittlerweile wesentlich verfalllastiger als noch vor einigen Jahren. Sieht man meines Erachtens nach auch an den Trendobjekten - Hotel Atlantis, FDGB Mooskombinat, Wittler's Biosphäre, Budget-Hotel, Rosemaries Haus und wie sie alle heißen haben vor längerer Zeit scheinbar keinen Menschen interessiert. Oder zumindest war der Anteil dieser Gammelparadiese an den insgesamt veröffentlichten Objekten Anfang des Jahrzehnts wesentlich geringer.
  • hm, ne seh ich jetzt nicht so. grad in den großen ubrex gruppen auf facebook oder bei den youtubern musst du dir mal angucken, wie alle ausrasten bei den geleckten tui buden. neulich hat sogar einer bei sowas drunter geschrieben, dass es leider häufig anders aussieht in den orten und ein hotelzimmer mit verfall gepostet :biggrin1:
    "Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu merken."
    Rosa Luxemburg
  • Kaum ein Ort oder gar die wenigsten derer, die bei uns in einem super Zustand präsentiert werden, sind im ursächlichen Sinne "lost" - sondern einfach nur ungenutzt.
    Ich habe in meiner Wohnortnähe eine Villa, die seit neun Jahren ungenutzt herumsteht. Damit diese Villa keinen Schaden nimmt, kümmert sich seither ein eigens dafür engagierter Hausmeister um diesen Ort. Die Villa hat natürlich durch die erfolgte Nichtnutzung arg gelitten, steigt aber dennoch jährlich im Preis wegen des zugehörigen Grundstückes.
    Mehrfach habe ich den Eigentümer kontaktiert, dieser hat am Verkauf definitiv kein Interesse, weil es für ihn keine bessere Wertanlage gibt. Die Kosten für den Unterhalt, die Wartung, den kommunalen Abgaben sind mickrig im Vergleich zum jährlichen Wertzuwachs.

    Also glaub nicht, dass jedes der gefundenen Objekte tatsächlich "lost" ist und damit hier eine Daseinsberechtigung haben sollte.
    Bei manch einem hier vorgestellten Objekt sind die Heizungen sogar noch warm währenddem die ersten Bilder angefertigt werden... Skepsis ist also immer angebracht.
    Und, so frage ich mich immer wieder, haben solche top gepflegten Ort ohne Staub, ohne den typischen Verfallserscheinungen überhaupt einen Reiz? Keine abblätternden Farben, kein bröckelnder Putz, kein Staub, kein Rost... da fehlt für mich einfach alles morbide. Nur Strom beim Versorger wieder anmelden und sofort den Betrieb oder die Nutzung wieder aufnehmen - das dürfte nur im weitesten Sinne als "lost" gelten, denn offenbar kümmert sich wer um diesen Ort.
    Wir erhalten hier sehr viele Orte zumindest in digitaler Form, weil sie niemals die Zeit hätten, lost zu werden... Oft steht kurz nach der letzten Nutzung schon ein neues Konzept und die Bagger rücken an...
    Um solche "super" erhaltenen Orte zu finden braucht´s in erster Linie ein Netzwerk - Infos wann und wo ein Objekt geschlossen wurde oder eine Nutzung nicht mehr erfolgt. Diese Informationen kommen aus dem Freundeskreis, bei öffentlichen Veranstaltungen und den dabei geführten Gesprächen mit "Einheimischen" oder gar veröffentlichten Pressemitteilungen. Ein "Normalbürger" wird diese Informationen verdrängen - bei uns fallen sie in geöffnete Hände... und damit auf fruchtbaren Boden.
    Geradlinig ist, wer seine Gedanken äussert und diese auch umsetzt.
  • @Misty , lass dich nicht demotivieren...
    bei mir hat es Jahre gedauert bis ich mir einen kleinen Freundeskreis aufbauen konnte mit dem ich mich über Locations unterhalte bzw tausche.

    Am Anfang knipst man halt die letzte Schrotthütte... aber je mehr man sich mit dem Thema auseinandersetzt,
    dann Leute kennen lernt (bei mir teilweise auch über Stammtische) ... desto besser läuft es ;)

    Meine letzten Locations hab ich über Zeitungartikel gefunden... wenn man Außenaufnahmen sieht, kann man das gut vergleichen :D